Mein lieber Scholli das wäre interessant geworden. Ist es aber nicht. Trotz lustig mit mir kommunizierender Tankleuchte hab ich es tatsächlich noch bis zur nächsten Tanke geschafft. Wer hätte das gedacht? Ich zwischendurch nicht. Aber dazu später…
Der Morgen begann erstmal mit einem anderen Schrecken. Ich hatte meinen Fön vergessen! Für die Männer unter euch (und vielleicht auch für einige Frauen) möglicherweise ein nicht ganz nachvollziehbares Problem. Für mich allerdings schon. Da meine Zimmergenossinen noch tief und fest schliefen, wollte ich sie nicht unbedingt wecken, um nach nem Fön zu fragen. Apropos Zimmergenossinen – die Story hab ich ja noch gar nicht erzählt. Als ich vorgestern im Hostel ankam, hab ich noch fix meine Klamotten ausgepackt. Da ich es nicht mag, wenn meine Schlüppis etc. alle einzeln in meinem Rucksack umherwandern, hab ich alle meine Klamotten allesamt immer in einer Plastetüte in meinem Rucksack (Da braucht ihr gar nicht so komisch gucken. Auch ihr habt eure Eigenheiten ;) ). Als treuer Fan (ja, in guten wie in schlechten Zeiten – auch in sehr schlechten) war das natürlich eine F.C. Hansa Rostock Tüte. Als ich diese nun jedenfalls aus meinem Rucksack holte, schaute mich meine gerade anwesende Zimmergenossin entgeistert an und fragte mich entsetzt, wo ich denn herkomme. Ja, da fährt man einmal ans andere Ende der Welt und ist doch mit nem Pauli-Fan auf einem Zimmer. Ach wie klein die Welt doch ist ;) Aber nun zurück zum Fön. Meine Zimmergenossinen konnte ich ja, wie bereits erwähnt, nicht fragen. Da ich jedoch bisher schon einen super Eindruck vom Hostel hatte, hab ich mir gedacht (wenn auch mit wenig Hoffnung), dass ich ja mal nachfragen könnte, ob sie auch nen Fön zum Ausleihen haben. Vielleicht könnten sie ja meinen bisherigen super Eindruck noch in einen superduper Eindruck verwandeln. Und siehe da – sie konnten es! Es gab tatsächlich nen Fön zum Ausleihen! Ist das ein top Hostel :D Für solch eine Rettung bekommen sie in meiner persönlichen Wertung 5+ Sterne.
Frisch geföhnt konnte es dann schließlich auf zur Sightseeing Tour gehen. Da ich mittlerweile beschlossen hatte, eh nochmal nach Dunedin zu fahren, weil’s ja nicht so weit weg von Oamaru ist und ich die Stadt echt schön finde, bin ich das diesmal aber ganz entspannt angegangen. So standen nur die Railway Station, das Otago Settlers Museum und die Chinese Gardens auf meinem Plan. Der Bahnhof war, wie zu erwarten, wieder sehr schön. Ich finde schon, dass man selbst den Bahnhöfen hier ansieht, dass Bahnfahren in Neuseeland ein teures Vergnügen ist. Um günstig von A nach B zu kommen, ist man mit dem Bus deutlich besser beraten. Dafür sind die Zugstrecken aber auch bedeutend schöner gelegen. Und die Bahnhöfe sind wirklich sehenswert.
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| Railway station |
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| Railway station from inside |
Nach ein paar Fotos ging es auch schon weiter zu den Chinese Gardens. Dort bekam ich gleich ein Quiz zum Moon Festival in die Hand gedrückt. Das findet nämlich gerade heute statt. Das nenn ich doch mal super Timing. Also gab’s munter in den Gärten verteilt noch ein paar Zusatzinfos obendrauf. So weiß ich nun unter anderem, dass das Moon Festival auch Mid-Autumn Festival genannt wird, dass es am 15. Tag des 8. Mondmonats stattfindet und dass der Name der Mondgöttin der Unsterblichkeit Chang’e ist. Man kann ja nie wissen, wozu man das nochmal braucht. Vielleicht sitzt man ja eines Tages mal bei Jauch auf’m Stuhl (nicht dass ich vorhätte mich dort zu bewerben) und dann dreht sich die 1 Mio. Euro Frage genau um dieses Moon Festival. Man weiß ja nie ;) Die Gärten an sich waren jedenfalls auch hübsch anzuschauen.
Da das Museum wegen irgendwelcher Umbauarbeiten geschlossen hatte, blieb’s dann auch nur bei diesen beiden Sehenswürdigkeiten. War aber nicht weiter schlimm. Die Zeit hab ich dann einfach für ne heiße Schoki in nem Café genutzt :)
Danach ging’s schließlich auch schon wieder auf in Richtung Oamaru. Und hier kommt nun die Suche nach der Tankstelle ins Spiel. Da ich nicht so wirklich Lust hatte, durch die halbe Stadt zu gurken, bis ich endlich mal irgendwo ne Tanke gefunden hätte, hab ich mir gedacht, dass ich dies ja auch einfach auf dem Rückweg nach Oamaru erledigen könnte. Ein Stückchen müsste ich mit meiner Tankfüllung schließlich noch kommen. Also schnell noch ein paar andere Hostelgäste gefragt, ob sie wüssten, ob’s bald hinter Dunedin ne Tanke gäbe – Ja, da kämen ein paar, alle dicht hinter der Stadt. Hm… Naja, dicht ist wohl ein ziemlich relativer Begriff. Die nächste Tanke erblickte ich nämlich erst, nachdem ich bereits eine ganze Stunde gefahren war und ich somit die Hälfte meines Weges bereits hinter mir hatte. Bis dahin hatte sich meine Tankleuchte sehr angeregt mit mir unterhalten. Allerdings scheine ich schon ein so großes Vertrauen in die Freundlichkeit der Neuseeländer zu haben, dass jegliche Panik erstaunlicherweise ausblieb. Zumindest kam ja hier mal ab und an ein Auto vorbei, von denen mich dann bestimmt eins mit zur nächsten Tanke genommen hätte und zurück zum Auto wär ich auch schon irgendwie gekommen. Allerdings war ich dann auch nicht wirklich traurig, dass ich diesen groben Plan nicht in die Tat umsetzen musste, sondern ich doch noch rechtzeitig in Palmerston ankam, wo mich auch endlich ein Tankstellenschild anlächelte – da lächelte ich natürlich zurück :)
Mit einer beruhigten Tankleuchte hab ich schließlich noch einen Zwischenstopp bei den Moeraki Boulders eingelegt. Das sind interessante, äußerst große Steinkugeln, die dort einfach so am Strand rumliegen.







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