Doch
zuvor brachte ich meine erste längere Autofahrt alleine auf der linken Straßenseite
hinter mich. Und ich muss sagen, das war gar nicht so schwer, wie ich gedacht
hatte. Mit nem deutschen Auto wär das, denk ich, schon sehr ungewohnt gewesen,
aber da das Lenkrad hier ja auch auf der anderen Seite ist, sitzt man somit
wieder neben dem Mittelstreifen der Straße. Somit kam ich auch nicht in Versuchung die Straßenseite zu wechseln, denn
dann hätte ich ja neben dem Seitenstreifen fahren müssen, was sehr komisch
gewesen wäre. Bedeutend gewöhnungsbedürftiger fand ich da doch das Auto (übrigens namens
Henry). In Anbetracht der Tatsache, dass
es gerade einen Tag vorher noch beim „TÜV“ war, war ich schon sehr erstaunt,
was hier alles noch ein WOF (warranty of fitness) bekommt. Fitness ist hier
wohl ein sehr weit gefasster Begriff. ;) Aber irgendwann hatte ich mich auch
damit eingefuchst und so bin ich schließlich gut in Dunedin angekommen.
Vom
Hostel (Manor House) war ich sehr angetan. Da konnte der Spruch „Der erste Eindruck zählt“ nämlich seine volle Wirkung
entfalten. Als ich das Hostel betrat, war an der Rezeption keiner anzutreffen. Stattdessen
kam der Manager des Hostels aus der Lounge und meinte, dass sie gerade tea time
hätten. Die sei jeden Mittwochabend und da seien alle Hostelgäste herzlich zu
Tee und selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Also gab’s erstmal ein nettes
Pläuschen bei nem super leckeren und noch warmen banana cake und Plätzchen. Das
nenn ich doch mal ein herzliches Welcome! :D Vom off street parking Angebot des
Hostels konnte ich hingegen leider keinen Gebrauch machen, da Henry und ich die
äußerst steile Auffahrt leider nicht hinaufkamen – das Urteil, an wem von uns
beiden das lag, sei dabei jedem selbst überlassen ;)
Nachdem ich gestern also gut in
Dunedin angekommen war und ich einen entspannten Abend und eine erholsame Nacht
im Hostel hinter mir hatte, ging es heute nun zum Child First Aid Course. Nach
einer kurzen Irritation kam;Ych schließlich auch ans Ziel. Zuerst meinte die
Lady an der Rezi nämlich zur mir, dass heute gar kein First Aid Course
stattfinden würde. Da standen wir nun (bzw. sie saß) und waren beide fest davon
überzeugt, dass wir jeweils die richtigen Infos hatten. Ich konnte nur immer
wieder wiederholen, dass ich heute zu einem Child First Aid Course eingeladen
war – nein, der war auch sicher nicht beim Roten Kreuz, sondern im Burns House,
Erdgeschoss bei St. John’s – also genau hier. Irgendetwas an meiner
Beharrlichkeit muss sie dann wohl doch zumindest etwas stutzig gemacht haben, sodass
sie sich schließlich doch dazu entschloss, mal irgendwo anzurufen, aber da kam
auch schon meine Tutorin um die Ecke und zeigte mir den Weg zum Kursraum. Die Lady von der Rezi
hörte ich danach nur noch hysterisch lachen – ja auch in Neuseeland scheint es
manchmal etwas komische Menschen zu geben ;)
Im ersten Teil des Kurses ging
Aimee (so hieß unsere Tutorin) dann sehr ausführlich auf CPR (laut dict.cc wird
das mit Herz-Lungen-Wiederbelebung übersetzt) ein. Nachdem sie alles theoretisch
erklärt und selbst an einer Puppe vorgeführt hatte, durften wir uns alle (6)
ausprobieren und mussten das ganze Szenario mindestens 10x durchspielen –
jeder. Aber so hat man’s jetzt hoffentlich drauf. Bei meinem
Fahrschul-Erste-Hilfe-Kurs kam ich damals ja gar nicht dazu, weil’s mitten im
Sommer war und alle schnell nach Haus wollten. Sehr gut fand ich heute, dass
sie auch die Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern sowie zwischen
Kindern und Babys hervorgehoben hat. Und auch dafür waren wieder Puppen
vorhanden, an denen wir üben konnten. Danach fiel Aimee jedoch auf, dass sie
bis dahin viel zur viel Zeit gebraucht hatte. Wenn ich sie richtig verstanden
habe, war das ihr erster Kurs. Also ist sie durch den Rest so ziemlich
durchgerast. Ich hab einfach so gut es ging versucht, die für „meine“ Kinder
möglicherweise relevanten Informationen herauszufiltern – also Verhaltensweisen
bei Blutungen, Brüchen, Verbrennungen, Ersticken und Vergiftungen. Die Infos zu Asthmaanfällen und
Allergien hab ich bei der Verarbeitung etwas außen vor gefallen, denn alles
konnte ich mir bei dem Tempo beim besten Willen nicht merken und soweit ich weiß,
sind meine Kiddies von den beiden Punkten nicht betroffen. Zum Schluss gab’s dann
noch einen ziemlich merkwürdigen Test. Ein paar Fragen waren zum Ankreuzen,
einige zum selber Schreiben. Wenn man was nicht wusste, hat sie’s einem einfach
vorgesagt. Einige Dinge, die dort gefragt wurden, hatte sie auch gar nicht mit
uns besprochen. Also den Test fand ich dann doch irgendwie sehr sinnfrei. Aber
naja, nun hab ich meine Bescheinigung und – was noch viel wichtiger ist –
einige neue Erkenntnisse dazu gewonnen. Allerdings hoffe ich, dass ich diese in
den nächsten drei Monaten (und hoffentlich auch danach) nicht brauchen
werde.
Den Rest des Tages bin ich dann nur noch etwas in Dunedin
umherspaziert. Etwas Entspannung muss ja auch mal sein! :)
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