Donnerstag, 27. September 2012

Ich denke, CPR kann ich jetzt (27/09/2012)

Doch zuvor brachte ich meine erste längere Autofahrt alleine auf der linken Straßenseite hinter mich. Und ich muss sagen, das war gar nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Mit nem deutschen Auto wär das, denk ich, schon sehr ungewohnt gewesen, aber da das Lenkrad hier ja auch auf der anderen Seite ist, sitzt man somit wieder neben dem Mittelstreifen der Straße. Somit kam ich auch nicht in Versuchung die Straßenseite zu wechseln, denn dann hätte ich ja neben dem Seitenstreifen fahren müssen, was sehr komisch gewesen wäre. Bedeutend gewöhnungsbedürftiger fand ich da doch das Auto (übrigens namens Henry). In Anbetracht der  Tatsache, dass es gerade einen Tag vorher noch beim „TÜV“ war, war ich schon sehr erstaunt, was hier alles noch ein WOF (warranty of fitness) bekommt. Fitness ist hier wohl ein sehr weit gefasster Begriff. ;) Aber irgendwann hatte ich mich auch damit eingefuchst und so bin ich schließlich gut in Dunedin angekommen. 
Vom Hostel (Manor House) war ich sehr angetan. Da konnte der Spruch „Der erste  Eindruck zählt“ nämlich seine volle Wirkung entfalten. Als ich das Hostel betrat, war an der Rezeption keiner anzutreffen. Stattdessen kam der Manager des Hostels aus der Lounge und meinte, dass sie gerade tea time hätten. Die sei jeden Mittwochabend und da seien alle Hostelgäste herzlich zu Tee und selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Also gab’s erstmal ein nettes Pläuschen bei nem super leckeren und noch warmen banana cake und Plätzchen. Das nenn ich doch mal ein herzliches Welcome! :D Vom off street parking Angebot des Hostels konnte ich hingegen leider keinen Gebrauch machen, da Henry und ich die äußerst steile Auffahrt leider nicht hinaufkamen – das Urteil, an wem von uns beiden das lag, sei dabei jedem selbst überlassen ;) 
Nachdem ich gestern also gut in Dunedin angekommen war und ich einen entspannten Abend und eine erholsame Nacht im Hostel hinter mir hatte, ging es heute nun zum Child First Aid Course. Nach einer kurzen Irritation kam;Ych schließlich auch ans Ziel. Zuerst meinte die Lady an der Rezi nämlich zur mir, dass heute gar kein First Aid Course stattfinden würde. Da standen wir nun (bzw. sie saß) und waren beide fest davon überzeugt, dass wir jeweils die richtigen Infos hatten. Ich konnte nur immer wieder wiederholen, dass ich heute zu einem Child First Aid Course eingeladen war – nein, der war auch sicher nicht beim Roten Kreuz, sondern im Burns House, Erdgeschoss bei St. John’s – also genau hier. Irgendetwas an meiner Beharrlichkeit muss sie dann wohl doch zumindest etwas stutzig gemacht haben, sodass sie sich schließlich doch dazu entschloss, mal irgendwo anzurufen, aber da kam auch schon meine Tutorin um die Ecke und zeigte mir den Weg zum Kursraum. Die Lady von der Rezi hörte ich danach nur noch hysterisch lachen – ja auch in Neuseeland scheint es manchmal etwas komische Menschen zu geben ;) 
Im ersten Teil des Kurses ging Aimee (so hieß unsere Tutorin) dann sehr ausführlich auf CPR (laut dict.cc wird das mit Herz-Lungen-Wiederbelebung übersetzt) ein. Nachdem sie alles theoretisch erklärt und selbst an einer Puppe vorgeführt hatte, durften wir uns alle (6) ausprobieren und mussten das ganze Szenario mindestens 10x durchspielen – jeder. Aber so hat man’s jetzt hoffentlich drauf. Bei meinem Fahrschul-Erste-Hilfe-Kurs kam ich damals ja gar nicht dazu, weil’s mitten im Sommer war und alle schnell nach Haus wollten. Sehr gut fand ich heute, dass sie auch die Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern sowie zwischen Kindern und Babys hervorgehoben hat. Und auch dafür waren wieder Puppen vorhanden, an denen wir üben konnten. Danach fiel Aimee jedoch auf, dass sie bis dahin viel zur viel Zeit gebraucht hatte. Wenn ich sie richtig verstanden habe, war das ihr erster Kurs. Also ist sie durch den Rest so ziemlich durchgerast. Ich hab einfach so gut es ging versucht, die für „meine“ Kinder möglicherweise relevanten Informationen herauszufiltern – also Verhaltensweisen bei Blutungen, Brüchen, Verbrennungen, Ersticken und Vergiftungen. Die Infos zu Asthmaanfällen und Allergien hab ich bei der Verarbeitung etwas außen vor gefallen, denn alles konnte ich mir bei dem Tempo beim besten Willen nicht merken und soweit ich weiß, sind meine Kiddies von den beiden Punkten nicht betroffen. Zum Schluss gab’s dann noch einen ziemlich merkwürdigen Test. Ein paar Fragen waren zum Ankreuzen, einige zum selber Schreiben. Wenn man was nicht wusste, hat sie’s einem einfach vorgesagt. Einige Dinge, die dort gefragt wurden, hatte sie auch gar nicht mit uns besprochen. Also den Test fand ich dann doch irgendwie sehr sinnfrei. Aber naja, nun hab ich meine Bescheinigung und – was noch viel wichtiger ist – einige neue Erkenntnisse dazu gewonnen. Allerdings hoffe ich, dass ich diese in den nächsten drei Monaten (und hoffentlich auch danach) nicht brauchen werde. 
Den Rest des Tages bin ich dann nur noch etwas in Dunedin umherspaziert. Etwas Entspannung muss ja auch mal sein! :)

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