Samstag, 29. September 2012

Tankstelle, wo bist du?!? (29/09/2012)


Mein lieber Scholli das wäre interessant geworden. Ist es aber nicht. Trotz lustig mit mir kommunizierender Tankleuchte hab ich es tatsächlich noch bis zur nächsten Tanke geschafft. Wer hätte das gedacht? Ich zwischendurch nicht. Aber dazu später… 
Der Morgen begann erstmal mit einem anderen Schrecken. Ich hatte meinen Fön vergessen! Für die Männer unter euch (und vielleicht auch für einige Frauen) möglicherweise ein nicht ganz nachvollziehbares Problem. Für mich allerdings schon. Da meine Zimmergenossinen noch tief und fest schliefen, wollte ich sie nicht unbedingt wecken, um nach nem Fön zu fragen. Apropos Zimmergenossinen – die Story hab ich ja noch gar nicht erzählt. Als ich vorgestern im Hostel ankam, hab ich noch fix meine Klamotten ausgepackt. Da ich es nicht mag, wenn meine Schlüppis etc. alle einzeln in meinem Rucksack umherwandern, hab ich alle meine Klamotten allesamt immer in einer Plastetüte in meinem Rucksack (Da braucht ihr gar nicht so komisch gucken. Auch ihr habt eure Eigenheiten ;) ). Als treuer Fan (ja, in guten wie in schlechten Zeiten – auch in sehr schlechten) war das natürlich eine F.C. Hansa Rostock Tüte. Als ich diese nun jedenfalls aus meinem Rucksack holte, schaute mich meine gerade anwesende Zimmergenossin entgeistert an und fragte mich entsetzt, wo ich denn herkomme. Ja, da fährt man einmal ans andere Ende der Welt und ist doch mit nem Pauli-Fan auf einem Zimmer. Ach wie klein die Welt doch ist ;) Aber nun zurück zum Fön. Meine Zimmergenossinen konnte ich ja, wie bereits erwähnt, nicht fragen. Da ich jedoch bisher schon einen super Eindruck vom Hostel hatte, hab ich mir gedacht (wenn auch mit wenig Hoffnung), dass ich ja mal nachfragen könnte, ob sie auch nen Fön zum Ausleihen haben. Vielleicht könnten sie ja meinen bisherigen super Eindruck noch in einen superduper Eindruck verwandeln. Und siehe da – sie konnten es! Es gab tatsächlich nen Fön zum Ausleihen! Ist das ein top Hostel :D Für solch eine Rettung bekommen sie in meiner persönlichen Wertung 5+ Sterne. 
Frisch geföhnt konnte es dann schließlich auf zur Sightseeing Tour gehen.  Da ich mittlerweile beschlossen hatte, eh nochmal nach Dunedin zu fahren, weil’s ja nicht so weit weg von Oamaru ist und ich die Stadt echt schön finde, bin ich das diesmal aber ganz entspannt angegangen. So standen nur die Railway Station, das Otago Settlers Museum und die Chinese Gardens auf meinem Plan. Der Bahnhof war, wie zu erwarten, wieder sehr schön. Ich finde schon, dass man selbst den Bahnhöfen hier ansieht, dass Bahnfahren in Neuseeland ein teures Vergnügen ist. Um günstig von A nach B zu kommen, ist man mit dem Bus deutlich besser beraten. Dafür sind die Zugstrecken aber auch bedeutend schöner gelegen. Und die Bahnhöfe sind wirklich sehenswert. 

Railway station


Railway station from inside


Nach ein paar Fotos ging es auch schon weiter zu den Chinese Gardens. Dort bekam ich gleich ein Quiz zum Moon Festival in die Hand gedrückt. Das findet nämlich gerade heute statt. Das nenn ich doch mal super Timing. Also gab’s munter in den Gärten verteilt noch ein paar Zusatzinfos obendrauf. So weiß ich nun unter anderem, dass das Moon Festival auch Mid-Autumn Festival genannt wird, dass es am 15. Tag des 8. Mondmonats stattfindet und dass der Name der Mondgöttin der Unsterblichkeit Chang’e ist. Man kann ja nie wissen, wozu man das nochmal braucht. Vielleicht sitzt man ja eines Tages mal bei Jauch auf’m Stuhl (nicht dass ich vorhätte mich dort zu bewerben) und dann dreht sich die 1 Mio. Euro Frage genau um dieses Moon Festival. Man weiß ja nie ;) Die Gärten an sich waren jedenfalls auch hübsch anzuschauen. 




Da das Museum wegen irgendwelcher Umbauarbeiten geschlossen hatte, blieb’s dann auch nur bei diesen beiden Sehenswürdigkeiten. War aber nicht weiter schlimm. Die Zeit hab ich dann einfach für ne heiße Schoki in nem Café genutzt :) 
Danach ging’s schließlich auch schon wieder auf in Richtung Oamaru. Und hier kommt nun die Suche nach der Tankstelle ins Spiel. Da ich nicht so wirklich Lust hatte, durch die halbe Stadt zu gurken, bis ich endlich mal irgendwo ne Tanke gefunden hätte, hab ich mir gedacht, dass ich dies ja auch einfach auf dem Rückweg nach Oamaru erledigen könnte. Ein Stückchen müsste ich mit meiner Tankfüllung schließlich noch kommen. Also schnell noch ein paar andere Hostelgäste gefragt, ob sie wüssten, ob’s bald hinter Dunedin ne Tanke gäbe – Ja, da kämen ein paar, alle dicht hinter der Stadt. Hm… Naja, dicht ist wohl ein ziemlich relativer Begriff. Die nächste Tanke erblickte ich nämlich erst, nachdem ich bereits eine ganze Stunde gefahren war und ich somit die Hälfte meines Weges bereits hinter mir hatte. Bis dahin hatte sich meine Tankleuchte sehr angeregt mit mir unterhalten. Allerdings scheine ich schon ein so großes Vertrauen in die Freundlichkeit der Neuseeländer zu haben, dass jegliche Panik erstaunlicherweise ausblieb. Zumindest kam ja hier mal ab und an ein Auto vorbei, von denen mich dann bestimmt eins mit zur nächsten Tanke genommen hätte und zurück zum Auto wär ich auch schon irgendwie gekommen. Allerdings war ich dann auch nicht wirklich traurig, dass ich diesen groben Plan nicht in die Tat umsetzen musste, sondern ich doch noch rechtzeitig in Palmerston ankam, wo mich auch endlich ein Tankstellenschild anlächelte – da lächelte ich natürlich zurück :) 
Mit einer beruhigten Tankleuchte hab ich schließlich noch einen Zwischenstopp bei den Moeraki Boulders eingelegt. Das sind interessante, äußerst große Steinkugeln, die dort einfach so am Strand rumliegen. 





Freitag, 28. September 2012

1 Königsalbatros, 15 Seelöwen und 2 Gelbaugenpinguine (28/09/2012)

Das nenn ich doch mal ne top Bilanz für einen Tag :) Heute ging es also auf zur Otago Pensinsula. Das ist eine kleine Halbinsel, die direkt vor Dunedin liegt. In nicht mal 5 min ist man auch schon da. Die Straße fand ich allerdings sehr abenteuerlich. Links neben mir (also direkt neben meiner Fahrspur) gab’s nämlich nur Wasser und von Leitplanken scheint man hier auch nicht wirklich viel zu halten. Mich würd ja echt mal interessieren, wie viele Urlauber sie hier im Jahr so aus dem Wasser ziehen müssen. Denn sie Gegend lädt eigentlich eher zum Betrachten der schönen Landschaft im Vorbeifahren ein als zum genauen Betrachten des Straßenverlaufs. Da ich das Auto meiner Host Family aber nicht gleich bei meinen ersten Ausflug (und auch nicht später ;) ) im Otago Harbour versenken wollte, blieb mir leider keine Wahl und ich musste meine ganze Konzentration dem Asphalt widmen. Aber zumindest den gab es hier immerhin. ;)
Mein Staunen musste ich mir so für den ersten Stop in der Broad Bay aufheben. 

Broad Bay

Harbour Cone

Von dort aus sollte ein moderater Wanderweg zum Larnach Castle führen. Die Bezeichnung „moderate“ war dabei wohl eher für die Leute aus dem Süden Deutschlands oder aus sonstigen bergigen Regionen gedacht. Ich konnte den ersten 2/3 des Weges jedenfalls nicht viel Moderates abgewinnen. Also entweder hatte meine Fitness seit der Queen Charlotte Track Wanderung etwas gelitten oder ich war damals so sehr von meiner regenwaldartigen Umgebung abgelenkt, dass ich die Anstrengung gar nicht so wirklich wahrnehmen konnte. ;) Aber irgendwann hatte ich jedenfalls auch diese 2/3 geschafft und der letzte Teil führte dann Gott sei Dank eine nicht ganz so steile Schotterpiste entlang. Da war ich nun also beim Larnach Castle und ich muss sagen, die Neuseeländer haben mit dieser Bezeichnung mal wieder echt Humor bewiesen – auf den One Tree Hill und den 90 Mile Beach bin ich ja diesbezüglich bereits eingegangen. Laut Reiseführer soll das Larnach Castle nämlich das einzige Schloss Neuseelands sein. Naja, wenn man sonst nichts anderes hat, mag man das vielleicht auch als Schloss ansehen. In Deutschland hätte es vielleicht maximal die Bezeichnung „Gutshaus“ bekommen. War ja mal ganz nett anzusehen, aber die Erwartungen waren halt etwas zu hoch gewesen. Nach einer kurzen Rundumschau ging es dann also auch schon wieder auf den Weg zurück und der führte diesmal ja Gott sei Dank bergab. :) 

Larnach Castle

Raised Lawn

Me at Larnach Castle Garden

Von der Board Bay aus folgte ich weiter dem Straßenverlauf entlang der Westküste der Halbinsel bis zur Nordspitze namens Taiaroa Head. Dort befindet sich ein Royal Albatross Centre, bei dem man teure Touren buchen kam, um die Königsalbatrosse zu sehen. Da das Centre allerdings gerade geschlossen hat (wenn ich das richtig verstanden habe aufgrund der Brutzeit), kam ich jedoch erst gar nicht in Versuchung so viel Geld auszugeben. ;) Einen Königsalbatros hab ich trotzdem gesehen. Denn als ich gerade auf’s Meer hinausschaute, flog der mir direkt vor meine Kameralinse. Das ist doch mal nett! :) Da es an der Nordspitze jedoch echt windig und a*kalt war, ging’s nach dem Foto auch schon weiter. 

Taiaroa Head

Royal Albatross

Diesmal führte der Weg nach Allans Beach, der für seine Vielzahl an Seehunden bekannt ist. Mehr als zwei Schlafende waren dort jedoch nicht anzutreffen. 

Allans Beach

Two sleeping Sea Lions

Allans Beach

Da die Zeit für die Pinguine mittlerweile auch schon nahte, hielt mich dort nicht allzu viel und ich machte mich rasch auf den Weg zur Sandfly Bay – zumindest so rasch, wie es die Straßenverhältnisse eben zuließen. ;) Der Parkplatz bei der Bay war bereits gut besucht. Und tatsächlich schon auf meinem Weg vom Parkplatz zur Bay sah ich den ersten Gelbaugenpinguin über den Strand in Richtung Dünen watscheln. Ach, die sind aber auch wirklich putzig! :D Nachdem er in den Dünen verschwunden war, wollte ich gerade den weiteren Strand nach noch mehr von diesen kleinen Gesellen absuchen. Und was sah ich da? Keinen Pinguin. Dafür aber 13 Seelöwen! Hier hatten sie sich also versteckt ;) Die meisten von ihnen lagen schläfrig am Strand. An die hab ich mich dann auch etwas näher herangetraut. Die vier Verspielten am Ende des Strandes hab ich jedoch lieber von Weitem betrachtet. Dafür wurde ich auf meinem Rückweg dann aber noch mit einem weiteren Gelbaugenpinguin belohnt. :) 

Sandfly Bay

First Yellow-eyed penguin

Sea Lion with Seagull
Sandfly Bay
Second Yellow-Eyed Penguin

Also ich muss wirklich sagen, der Ausflug auf diese kleine Halbinsel hat sich echt gelohnt! Königalbatrosse, Seelöwen und Gelbaugenpinguine sieht man selbst in Neuseeland nicht alle Tage. Wobei ich von den Pinguinen am meisten fasziniert war. Die laufen wirklich so ulkig, wie man das immer im Fernsehen sieht. :D 

Donnerstag, 27. September 2012

Ich denke, CPR kann ich jetzt (27/09/2012)

Doch zuvor brachte ich meine erste längere Autofahrt alleine auf der linken Straßenseite hinter mich. Und ich muss sagen, das war gar nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Mit nem deutschen Auto wär das, denk ich, schon sehr ungewohnt gewesen, aber da das Lenkrad hier ja auch auf der anderen Seite ist, sitzt man somit wieder neben dem Mittelstreifen der Straße. Somit kam ich auch nicht in Versuchung die Straßenseite zu wechseln, denn dann hätte ich ja neben dem Seitenstreifen fahren müssen, was sehr komisch gewesen wäre. Bedeutend gewöhnungsbedürftiger fand ich da doch das Auto (übrigens namens Henry). In Anbetracht der  Tatsache, dass es gerade einen Tag vorher noch beim „TÜV“ war, war ich schon sehr erstaunt, was hier alles noch ein WOF (warranty of fitness) bekommt. Fitness ist hier wohl ein sehr weit gefasster Begriff. ;) Aber irgendwann hatte ich mich auch damit eingefuchst und so bin ich schließlich gut in Dunedin angekommen. 
Vom Hostel (Manor House) war ich sehr angetan. Da konnte der Spruch „Der erste  Eindruck zählt“ nämlich seine volle Wirkung entfalten. Als ich das Hostel betrat, war an der Rezeption keiner anzutreffen. Stattdessen kam der Manager des Hostels aus der Lounge und meinte, dass sie gerade tea time hätten. Die sei jeden Mittwochabend und da seien alle Hostelgäste herzlich zu Tee und selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Also gab’s erstmal ein nettes Pläuschen bei nem super leckeren und noch warmen banana cake und Plätzchen. Das nenn ich doch mal ein herzliches Welcome! :D Vom off street parking Angebot des Hostels konnte ich hingegen leider keinen Gebrauch machen, da Henry und ich die äußerst steile Auffahrt leider nicht hinaufkamen – das Urteil, an wem von uns beiden das lag, sei dabei jedem selbst überlassen ;) 
Nachdem ich gestern also gut in Dunedin angekommen war und ich einen entspannten Abend und eine erholsame Nacht im Hostel hinter mir hatte, ging es heute nun zum Child First Aid Course. Nach einer kurzen Irritation kam;Ych schließlich auch ans Ziel. Zuerst meinte die Lady an der Rezi nämlich zur mir, dass heute gar kein First Aid Course stattfinden würde. Da standen wir nun (bzw. sie saß) und waren beide fest davon überzeugt, dass wir jeweils die richtigen Infos hatten. Ich konnte nur immer wieder wiederholen, dass ich heute zu einem Child First Aid Course eingeladen war – nein, der war auch sicher nicht beim Roten Kreuz, sondern im Burns House, Erdgeschoss bei St. John’s – also genau hier. Irgendetwas an meiner Beharrlichkeit muss sie dann wohl doch zumindest etwas stutzig gemacht haben, sodass sie sich schließlich doch dazu entschloss, mal irgendwo anzurufen, aber da kam auch schon meine Tutorin um die Ecke und zeigte mir den Weg zum Kursraum. Die Lady von der Rezi hörte ich danach nur noch hysterisch lachen – ja auch in Neuseeland scheint es manchmal etwas komische Menschen zu geben ;) 
Im ersten Teil des Kurses ging Aimee (so hieß unsere Tutorin) dann sehr ausführlich auf CPR (laut dict.cc wird das mit Herz-Lungen-Wiederbelebung übersetzt) ein. Nachdem sie alles theoretisch erklärt und selbst an einer Puppe vorgeführt hatte, durften wir uns alle (6) ausprobieren und mussten das ganze Szenario mindestens 10x durchspielen – jeder. Aber so hat man’s jetzt hoffentlich drauf. Bei meinem Fahrschul-Erste-Hilfe-Kurs kam ich damals ja gar nicht dazu, weil’s mitten im Sommer war und alle schnell nach Haus wollten. Sehr gut fand ich heute, dass sie auch die Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern sowie zwischen Kindern und Babys hervorgehoben hat. Und auch dafür waren wieder Puppen vorhanden, an denen wir üben konnten. Danach fiel Aimee jedoch auf, dass sie bis dahin viel zur viel Zeit gebraucht hatte. Wenn ich sie richtig verstanden habe, war das ihr erster Kurs. Also ist sie durch den Rest so ziemlich durchgerast. Ich hab einfach so gut es ging versucht, die für „meine“ Kinder möglicherweise relevanten Informationen herauszufiltern – also Verhaltensweisen bei Blutungen, Brüchen, Verbrennungen, Ersticken und Vergiftungen. Die Infos zu Asthmaanfällen und Allergien hab ich bei der Verarbeitung etwas außen vor gefallen, denn alles konnte ich mir bei dem Tempo beim besten Willen nicht merken und soweit ich weiß, sind meine Kiddies von den beiden Punkten nicht betroffen. Zum Schluss gab’s dann noch einen ziemlich merkwürdigen Test. Ein paar Fragen waren zum Ankreuzen, einige zum selber Schreiben. Wenn man was nicht wusste, hat sie’s einem einfach vorgesagt. Einige Dinge, die dort gefragt wurden, hatte sie auch gar nicht mit uns besprochen. Also den Test fand ich dann doch irgendwie sehr sinnfrei. Aber naja, nun hab ich meine Bescheinigung und – was noch viel wichtiger ist – einige neue Erkenntnisse dazu gewonnen. Allerdings hoffe ich, dass ich diese in den nächsten drei Monaten (und hoffentlich auch danach) nicht brauchen werde. 
Den Rest des Tages bin ich dann nur noch etwas in Dunedin umherspaziert. Etwas Entspannung muss ja auch mal sein! :)

Mittwoch, 26. September 2012

Die gute Nachricht: Ich will immer noch später selbst Kinder haben (21-26/09/2012)

Und die schlechte Nachricht: Gibt es nicht ;) Meine erste Woche als Au Pair ist nun also rum. Und das waren echt interessante Tage. Meine Gastfamilie ist echt super nett. Von den Eltern bekomm ich zwar nicht allzu viel mit, weil sie fast den ganzen Tag auf der Farm sind, aber wenn ich sie sehe, komm ich super mit ihnen klar. 
So bin ich also die meiste Zeit mit den drei Kiddies alleine – zumindest am Wochenende. Frühstück machen durfte ich ihnen auch schon an meinem zweiten Tag. Kein Problem – dachte ich zumindest ;) Schnell gefragt, was die beiden auf ihr Toast haben möchten – Archie honey, Isla jam. Also Toast getoastet, Butter rauf, dann honey bzw. jam, Toasts auf die richtigen Teller gelegt und den Kindern hingestellt. Dann wurde ich auch schon mit großen, fragenden Augen angeguckt. John (der Vater) war so freundlich, ihre Frage in Worte zu fassen. „How should we eat that?“ sollte der Blick heißen. Aha! Aber woher sollte ich auch wissen, dass 3- und 4-jährige Kiddies ihre Toasts zum Essen nicht komplett in die Hand nehmen, sondern jeweils nur ein Viertel davon. Erst so früh am Morgen und schon wieder was gelernt :) 
Mit Lernen ging es dann die Woche auch weiter. So kenne ich mich nun bestens mit den Zutaten für einen yucky mudd pie aus – Erde, Wasser und nach Belieben noch ein paar Steinchen und/oder für ein bisschen Farbe noch etwas Gras dazu. Yummy :D Also wer da keinen Hunger bekommt, da weiß ich ja auch nicht ;) Apropos Hunger, Essensvokabeln hab ich auch ganz viele gelernt, denn die beiden Großen spielen sehr gerne cooking und haben allerlei Zubehör dafür. 
Bei der Lütten konnte ich vor allem meine Fähigkeiten im Windeln wechseln, Fläschen und babygerechtes Essen fertig machen, Füttern und zu Bett bringen ausbauen. Dabei war das zu Bett Bringen meist der schwierigste Part. Eigentlich soll sie während des Vormittags und während des Nachmittags jeweils ein Stündchen schlafen. Allerdings scheint sie davon oft nicht allzu viel zu halten – obwohl sie meist müde ist. Aber man könnte ja was verpassen.  Wir haben jedoch herausgefunden, dass Autofahren sie anscheinend beruhigt und so bin ich heute, als die beiden Großen im play centre waren, mit ihr ne Runde mit m Auto umhergefahren. Und siehe da – nach nicht mal 5 min war sie eingeschlafen. Das war doch auch mal ne nette Bestätigung für meinen Fahrstil – so schlimm kann er nicht sein :) Besonders putzig fand ich aber die Szene, als eine Freundin ihrer Mama zu Besuch kam, die sie vorher nur 1x gesehen hatte und die sie nicht wiedererkannt hat. Nachdem Emmy sie kurz verwundert angeguckt hatte, verzog sie auch schon das Gesicht, begann zu weinen, kam zu mir gekrabbelt und versteckte sich in meinen Armen. Und das war gerade mal an meinem fünften Tag dort! Das fand ich wirklich sehr putzig und vor allem hat es mir gezeigt, dass sie mich wirklich als Bezugsperson angenommen hat. 
Auch mit den Großen hab ich diesbezüglich keine Probleme. Besonders Archie will ganz viele cuddles haben :) Außerdem fordert er immer wieder big pushes on the swing ein und Isla durfte ich schon beim Fahrrad Fahren ohne Stützräder unterstützen. Zudem gehen alle drei auch noch genauso gerne spazieren wie ich (Emmy natürlich im Kinderwagen), sodass wir am Wochenende jeden Tag einen zweistündigen Spaziergang über die Farm unternommen haben. Ich hatte zwar keine Ahnung, wo wir waren, aber die Kiddies kannten ja den Weg ;) Für mich war es hingegen doch etwas neu, einen Kinderwagen sagen wir mal über nicht gepflasterte Wege und vor allem durch so ne Hügellandschaft zu schieben, auf meinen Weg Stromzaunteile auszuhaken und wieder anzubringen sowie von sehr vielen Kühen komisch beäugt zu werden. Sehr beeindruckend fand ich dabei, dass die Kinder überhaupt keine Angst davor hatten, einen Stromschlag zu bekommen oder irgendwelche Berührungsängste den Kälbern und Kühen gegenüber zeigten.  Da mir dieser selbstverständliche Umgang mit den Dingen auf der Farm aber noch etwas fehlt, hab ich mich gestern und vorgestern, als die beiden Großen im day centre waren und ich somit mit Emmy alleine unterwegs war, dann doch für die Straße (naja die Bezeichnung Schotterpiste trifft’s doch eher ;) ) entschieden. Das hört sich vielleicht gefährlich an, ist es aber nicht. Denn außer zwei Milchtrucks und einem Schulbus kommt hier am Tag nicht viel vorbei. Heute fiel unser Walk dann leider aus, weil’s ausnahmsweise mal geregnet hat. So schlimm war das allerdings auch nicht, da die Kiddies dafür so nett waren, mir beim Packen für meinen morgigen Trip nach Dunedin zu helfen. Dort hab ich dann meinen Child First Aid Course. Ich hoffe mal, dass sie uns dort nicht allzu komische Bilder zeigen. Sonst dürfen sie mich dort gleich versorgen ;)