Mit m Ausschlafen wurd’s heut leider nichts, da sich Archie, nachdem er bereits früh erwacht war, dazu entschlossen hatte, schreiend durch den Flur zu laufen. Er war wohl der Meinung, ein Tag Ausschlafen am Wochenende muss reichen. Vielleicht hat er meine Ohren aber auch einfach nur für genauso resistent gehalten wie die seiner Schwestern. Die werden nämlich nicht mal wach, wenn er nachts genau neben ihnen anfängt zu schreien. Kinderohren sind schon was Feines. Da meine aber mittlerweile schon 25 1/2 Jahre auf’m Buckel haben, scheinen sie nicht mehr ganz so selektiv zu arbeiten. Allerdings lässt sich auch in solch einer Situation das Beste draus machen und so war ein bisschen von mich hin dösen doch eine Alternative, mit der ich gut leben konnte und mit der ich die Zeit bis zum Anruf meines Schatzis gut sinnfrei nutzen konnte. Das muss ja auch mal sein ;)
Danach gab’s dann endlich Frühstück. Da es mittlerweile bereits um 11 war, schimpfte mein Magen während des Telefonats schon ganz schön mit mir, aber da musste er durch. Von Liebe geht durch den Magen hatte meiner wohl noch nicht allzu viel gehört, da waren ihm ein paar Kellogg‘s und Toastbrot dann doch lieber ;) Nachdem mein Magen seinen Willen bekommen hatte, konnte ich endlich den ersten Brief meiner Mama lesen. Drei Wochen hatte er gebraucht und merkwürdigerweise war dies auch ihr chronologisch zweiter und nicht der erste. Bin ja mal gespannt, wann der dann mal eintrudelt… Anschließend hab ich dann noch ein bisschen mit den Kiddies gespielt. Ich denke, dass es für sie ein wenig schwer zu verstehen ist, was es mit diesen days off auf sich hat. Sie kennen ja bisher hauptsächlich ihre Eltern als Bezugspersonen und die haben ja nie wirklich kinderfrei und das einzige Au Pair, das sie vor mir hatten, hatte nicht direkt bei der Familie gewohnt und war somit an ihren freien Tagen gar nicht hier. Aber mal ne halbe Stunde ein paar pushes on the swing geben und mit ihnen ein bisschen umhertoben ist ja auch keine große Sache.
Danach ging es dann aber wirklich los nach Oamaru und diesmal durfte bzw. sollte mich meine Kamera auch begleiten, denn ich wollte meine Eindrücke heute ja sowohl für euch als auch für mich fotografisch festhalten :) Losgelegt habe ich mit meiner Sightseeingtour am Bahnhof. Der war ganz in der Nähe von meinem Parkplatz und zudem ein bisschen abseits der anderen zu bestaunenden Gebäude. Die waren nämlich alle gebündelt im Victorian Precinct zu finden, wo ich mich vom Bahnhof aus auch gleich hinbegab. Dort schlenderte ich dann vorbei an der Kirche St. Paul’s, weiter zum Community House und zum Opera House, dicht gefolgt vom Ministry of Justice und dem North Otago Museum. Die Gebäude wiesen allesamt eine sehr beeindruckende Architektur auf. Die soll wohl in dieser Konzentration auch einmalig in Neuseeland sein und aus einer Zeit stammen, in der Oamaru die gleiche Größe wie Los Angeles (zur damaligen Zeit) hatte und sich einer absolut florierenden Wirtschaft erfreuen konnte. Auch das Filadelfios, in dem ich gestern gespeist hatte, war in solch einem hübschen Gebäude untergebracht, auch wenn man diesem äußerlich die Jahre ansah. Gegenüber der Art Gallery hab ich dann noch ein sehr einladend aussehendes Pub entdeckt, das ich während meiner noch knapp 2 1/2 verbleibenden Monaten bestimmt mal auch mal von innen betrachten werde ;) Weiter ging es dann über einen äußerst interessanten Bahnübergang (mitten in der Stadt und keine Schranken) vorbei an der I-Site zur Harbour Street. Heut Nachmittag war’s dort zwar total leer, aber Sonntagvormittag soll da sonst immer ganz gut was los sein, weil dann immer farmer’s markt ist. Vielleicht komm ich ja mal dazu, mir das Ganze an einem anderen Sonntag live und in Farbe anzusehen. Ein paar Sonntage hätt ich dafür ja noch zur Verfügung ;)
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| Railway station |
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| St. Paul's |
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| Opera House |
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| Ministry of Justice |
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| The Last Post Pub |
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| I-Site and railway crossing |
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| Harbour Street |
Nach dieser netten Sightseeingtour stand schließlich noch ein bisschen Shopping auf dem Plan. Mal abgesehen von Essen und Trinken war der Fokus dabei heute vor allem auf Archies Geburtstagsgeschenk gerichtet. Der Mittlere „meiner“ drei Kiddies wird nächste Woche nämlich drei. Da ich Grundschulpädagogik studiere, sollte das natürlich nicht irgendein sinnloses Spielzeug sein, sondern auch meinen pädagogischen Ansprüchen genügen. Bei einer kurzen Rücksprache mit der Mama hatte ich erfahren, dass sie noch keine Brettspiele im Haus haben und dass zumindest die beiden großen Kiddies so langsam in nem Alter wären, in dem sie auch mit solchen Regelspielen vertraut gemacht werden könnten. Also hab ich im Warehouse einfach mal in der entsprechenden Abteilung geguckt. Dort lachte mich ziemlich schnell ein Snakes and Ladders Spiel an. Da ich dies noch aus meiner eigenen Kindheit in guter Erinnerung hatte und dieses Spiel auch nicht allzu viele oder umständliche Regeln zum Funktionieren benötigt, hielt ich das für eine gute Wahl für ein erstes Brettspiel. Die Aufbereitung des Spiels ist natürlich nicht mehr ganz so einfach gehalten wie zu meiner Zeit, als die Schlangen und Leitern einfach auf’s Spielfeld gedruckt wurden. Heute gibt es dieses als 3D-Variante, bei der die Kiddies ihre Spielfigur (eine Kugel) in den Kopf einer Plasteschlange legen können, sodass diese herunterkullert und die Leitern funktionieren wie eine Kippe. Aber solch ein spielerisches Element finde ich für ein erstes Brettspiel zum Angewöhnen eigentlich gar nicht mal so schlecht. Mal schauen, wie es bei den Kindern ankommt :)
Nach dem Dinner und einem schönen Skypen mit meinem Schatzi war der Tag dann auch schon wieder rum. Meine doch recht lange To-Do-Liste hab ich natürlich nicht ganz geschafft, aber das ist eigentlich nichts Neues. Das geht mir mit meinen To-Do-Listen in Deutschland ja nicht anders ;) Morgen geht’s erstmal wieder an die Arbeit mit den Kiddies und dann muss ich mal schauen, wie viel Zeit mit da abends noch übrig bleibt.







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